Positionspapier „Studentisches Wohnen“ der Arbeitsgemeinschaft Studierendenwerke NRW

Wie ist die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt für Studierende?
Wodurch zeichnen sich die Wohnangebote der Studierendenwerke aus?
Welche Forderungen stellt die Arbeitsgemeinschaft Studierendenwerke NRW?
All das erfahren Sie in diesem Positionspapier:

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Leistungsbilanz

In der jährlich erscheinenden Leistungsbilanz präsentieren die Studierendenwerke NRW ihre Leistungen. Sie soll einen leicht verständlichen Einblick in die Arbeit der Studierendenwerke verschaffen.

Adobe PDF Symbol Leistungsbilanz der Studierendenwerke NRW 2015 (4.0 MB) – nicht barrierefrei

Leistungsbilanz 2015 der Arbeitsgemeinschaft Studierendenwerke NRW

Zum Leistungsspektrum der Studierendenwerke

Bei einer Zahl von 581.000 waren im Wintersemester 2015/16 so viele Studierende wie nie zuvor in NRW immatrikuliert. Der Trend steigender Studierendenzahlen wird unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung voraussichtlich noch bis 2020 anhalten.

Gastronomie – ausgezeichnete Qualität und niedrige Preise

In den 110 Mensen wurden in 2015 rund 19,2 Millionen Essen zu Preisen von 1,50 Euro bis 6,50 Euro verkauft. Hinzu kommt das reichhaltige Angebot in den 85 Cafeterien und Bistros. Hohe Verkaufszahlen, guter Service, ein erweitertes Angebotsspektrum – klassisch, vegetarisch, vegan, transfair, to go – längere Öffnungszeiten – samstags und abends – und leichte Preissteigerungen führten zu einem Jahresumsatz von über 101 Mio. Euro in 2015.

Wohnraum für Studierende – campusnah und modern

Derzeit gibt es in NRW 52.250 Wohnplätze für Studierende. Davon unterhalten die Studierendenwerke rund 39.000 Wohnplätze (74%). Die Durchschnittswarmmiete der Studierendenwerke liegt bei 244 Euro und damit vielerorts unter dem Mietzinsniveau auf dem privaten Wohnungsmarkt.

Besonders angespannt war die Wohnsituation im Herbst 2015 mangels campusnahen und bezahlbaren Wohnraums wiederum an den Standorten in Aachen, Köln, Münster, Siegen und Paderborn. An den Hochschulstandorten im Ruhrgebiet, Wuppertal und Bielefeld gab es zwar lange Wartelisten auf einen Platz in einer Wohnanlage der Studierendenwerke. Hier konnten zahlreiche Studierende im Herbst aber noch Wohnraum auf dem privaten Wohnungsmarkt beziehen. Mittlerweile zeichnet sich jedoch auch an diesen Standorten ab, dass sich die Wohnsituation verschärft.

Die große Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wird in den nächsten 5 Jahren in NRW nicht abreißen. Daher müssten für diesen Zeitraum rund 5.000 Wohnplätze, aber auch Boardinghäuser, Hostels oder Gästehäuser zusätzlich geschaffen und weitere Tutoren- und Betreuungsprogramme für ausländische Studierende aufgelegt werden – damit die gewünschte stärkere internationale Ausrichtung des Hochschulraums NRW auch gelingt.

Der Anteil ausländischer Studierender in den Wohnanlagen der Studierendenwerke in NRW beträgt durchschnittlich 39 %; er schwankt zwischen 59 % in Bonn, 42 % in Köln, 31 % in Siegen und 23 % in Bielefeld.

Studienfinanzierung nach dem BAföG und kompetente Beratung

Im Jahr 2015 wurden landesweit 122.631 „BAföG-Anträge“ in den Ämtern für Ausbildungsförderung gestellt; tatsächlich gefördert wurden im Wintersemester 2015/2016: 95.128 Studierende. Das entspricht einer Förderquote von 16 %, d. h. jede/r sechste Studierende wird nach den BAföG gefördert. Die durchschnittliche monatliche Förderleistung beläuft sich auf 434 Euro. Insgesamt wurden 488 Mio. Euro an Fördermitteln an Studierende in NRW ausgezahlt.

Ausbildungsförderung durch die Daka

Die Daka ist ein seit über 60 Jahren bestehender Verein der 12 Studierendenwerke in NRW. Im vergangenen Jahr wurden 733 Darlehen an Studierende in einem Gesamtvolumen von 4,3 Mio. Euro vergeben.

Kinderbetreuung – hochschulnah und qualifiziert

Unterstützung bei der Betreuung ihrer Kinder finden die Studierenden in den 30 Kindertagesstätten mit über 1.500 Tagesplätzen der Studierendenwerke an 16 Hochschulstandorten in NRW. Von Studierenden mit Kind/-ern werden diese Einrichtungen insbesondere wegen ihrer Nähe zum Hochschulcampus und ihren langen flexiblen Öffnungszeiten sehr geschätzt. Wegen der großen Nachfrage möchte die Arbeitsgemeinschaft ihr Bildungs- und Betreuungsangebot weiter ausbauen und zwar in einer Größenordnung von einem Prozent der Studierenden in NRW, d. h. rund 3.000 Plätze müssen noch geschaffen werden.

Darüber hinaus haben die Studierendenwerke Münster, Siegen, Essen-Duisburg, Bochum und Bonn Einrichtungen zur flexiblen Kurzzeitbetreuung mit insgesamt 68 Plätzen – häufig mit finanzieller Unterstützung der Hochschulen – in Betrieb genommen.

Soziale Dienste – Beratung und Unterstützung in schwierigen Situationen

Bei steigenden Leistungs- und Prüfungsanforderungen, wachsendem Finanzierungsdruck und zunehmendem Stress von Studienbeginn an werden die Sozialberatungsstellen immer häufiger – von jüngeren – Studierenden aufgesucht. Für die Arbeitsgemeinschaft ein Argument mehr, die Beratungsangebote der allgemeinen Sozialberatungsstellen sowie der psychologischen/psychosozialen Beratungsstellen der Studierendenwerke nach Kräften auszubauen.

Kulturarbeit muss sein, denn…

kulturelle Angebote erhöhen die Lebensqualität auf dem Campus und bereichern das kulturelle Leben einer Stadt.

Die Finanzierung der Studierendenwerke NRW

27 % ihrer gesamten Einnahmen erzielen die Studierendenwerke in ihren Mensen und Cafeterien
(101 Mio. Euro p.a.). Die Kosten in den Wohnhäusern werden durch die Mieten gedeckt
(115 Mio. Euro p. a., 30 % ihrer Einnahmen). Die Kosten für die Durchführung des BAföG werden weitgehend vom Land erstattet (19 Mio. Euro p. a., 5 % der Einnahmen). Ferner erhalten die Studierendenwerke als Träger von Kindertageseinrichtungen Zuschüsse in der Regel nach dem Kinderbildungsgesetz NRW, (18 Mio. Euro p. a., 5 % der Einnahmen).

Damit die Studierendenwerke ihren gesetzlichen Auftrag, die wirtschaftliche und soziale Förderung der Studierenden, auch erfüllen können, gewährt das Land den Studierendenwerken einen Zuschuss in Höhe von 40 Mio. Euro p. a. (11 % der Einnahmen).

Einen wesentlichen Finanzierungsbeitrag leisten die Studierenden selbst durch die Zahlung der Sozialbeiträge, insgesamt 87 Mio. Euro p. a. (23 % der Einnahmen).

Pro Semester entrichten die Studierenden einen Sozialbeitrag an die Studierendenwerke. Im Sommersemester 2016 beträgt er durchschnittlich 84 Euro. Außerdem zahlen sie zwischen 9 Euro und 17 Euro an den AStA und zwischen 137 und 182 Euro für das Semesterticket zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.

Die Studierendenwerke – Wirtschaftsfaktoren für die Region

Mit ihren Investitionsmaßnahmen und Instandhaltungsaufwendungen im Bereich der Gastronomie, des studentischen Wohnens und der Kinderbetreuung verbessern die Studierendenwerke die Studienbedingungen an den Hochschulstandorten. Sie ordern Lebensmittel für die Produktion in den gastronomischen Einrichtungen. Hinzu kommen Ausgaben für Strom, Energie und Reinigungsarbeiten. (Auftragsvolumen von 196 Mio. Euro p. a.) Davon profitieren Unternehmen, Lieferanten und Handwerker der Region. Schließlich bieten die Studierendenwerke ihren 4.840 Beschäftigten und 131 Auszubildenden einen sicheren Arbeits- oder Ausbildungsplatz.



Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in NRW

Mit der Sonderauswertung zu der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes macht die Arbeitsgemeinschaft auf die Studienbedingungen an den nordrhein-westfälischen Hochschulen aufmerksam.

Adobe PDF Symbol Sonderauswertung der Arbeitsgemeinschaft der Studierendenwerke NRW zur 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks im Jahre 2012 (1,9 MB)- nicht barrierefrei

Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in NRWAchtung, öffnet in einem neuen Fenster.

Die Arbeitsgemeinschaft Studierendenwerke NRW hat eine Sonderauswertung zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Nordrhein-Westfalen erstellt, die auf der Grundlage der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung – durchgeführt von der HIS GmbH – entstanden ist.

1. Nordrhein-Westfalen ist das Land mit den meisten Studierenden

Im Wintersemester 2012/13 sind mit fast 645.000 so viel Studierende immatrikuliert wie nie zuvor. Der Trend steigender Studierendenzahlen setzt sich aufgrund der demographischen Entwicklung und der Verkürzung der Gymnasialzeit noch bis 2020 fort.

83 % der Studierenden in NRW stammen auch aus NRW, 5% aus Niedersachsen, 3% aus Rheinland-Pfalz, 2% aus Hessen, 2 % aus Baden-Württemberg.

2. Mehr jüngere Studierende in Nordrhein-Westfalen, 23 % sind unter 21 Jahre

Studierende in Nordrhein-Westfalen sind durchschnittlich 24,7 Jahre alt und damit geringfügig älter als Studierende in Deutschland insgesamt (24,4 Jahre). Dennoch ist aufgrund des starken Anstiegs der Studierendenzahlen insbesondere der Anteil der Studierenden bis 21 Jahre gestiegen. (2006/2009: 18 %, 2012: 23 %).

Der Frauenanteil von 46 % fällt unter den Studierenden in NRW etwas niedriger aus als unter den Studierenden im Bundesgebiet (48 %).

In NRW haben 27 % der Studierenden einen Migrationshintergrund, deutschlandweit sind es nur 23 %.

51 % der Studierenden in NRW leben in einer festen Partnerschaft, 7 % sind verheiratet.

5% aller Studierenden haben ein oder mehrere Kinder. (Bund ebenfalls 5 %) Die Hälfte der Kinder sind 3 Jahre und jünger.

13 % der Studierenden haben eine gesundheitliche Beeinträchtigung; davon 6 % werden dadurch auch an ihrem Studium behindert.

3. Bildungsherkunft

In NRW haben 46 % der Studierenden mindestens ein Elternteil, das ebenfalls studiert hat. Deutschlandweit ist der Anteil mit 50 %  noch höher.

Ein Fünftel der Studierenden in NRW ist in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem der höchste berufliche Abschluss ein Meister-, Fachschul- oder Technikerabschluss ist (20 %) und ein Viertel der Studierenden hat Eltern, die eine Lehre absolviert haben (28 %).

4. Bologna-Prozess – Studienstrukturreform in NRW fast abgeschlossen

78 % der Studierenden in NRW sind in Bachelor- und Masterstudiengängen immatrikuliert, bundesweit sind es nur 71 %. Unter den Studierenden in den ersten zwei Hochschulsemestern beträgt der Anteil der Bachelor-Studierenden sogar 94 %.

Positiv hervorzuheben ist, dass 41 % der Studierenden in den so genannten MINT-Fächern (Fächergruppen Ingenieurwissenschaften und Mathematik, Naturwissenschaften), denen derzeit unter dem Vorzeichen des prognostizierten Fachkräftemangels besondere Aufmerksamkeit zukommt, eingeschrieben sind. Es ist allerdings anzunehmen, dass es sich hierbei nur um eine temporäre Entwicklung handelt. Als Folge der Aussetzung der Wehrpflicht in 2011 haben vergleichsweise viele Männer direkt nach Abschluss der Schulausbildung ein Studium ergriffen, mit der Folge, dass die Studierendenzahlen in Studienfächern, die eher von Männern gewählt werden, angestiegen sind.

Bemerkenswert ist, dass der Anteil der Studierenden in der Fächergruppe Medizin / Gesundheitswissenschaft in Nordrhein-Westfalen mit 4 % deutlich niedriger als im Bundesgebiet (6 %) ist.

5. Auslandsmobilität etwas geringer in NRW

Studierende in Nordrhein-Westfalen (15 %) sind – wie auch bereits 2009 – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (17 %) etwas weniger auslandsmobil, – d.h. sie verbringen zeitweilig Studienphasen an einer ausländischen Hochschule oder absolvieren Praktika oder Sprachkurse im Ausland.
Die Auslandsaufenthalte scheitern in der Regel nicht an der Motivation der Studierenden, vielmehr sehen die meisten in der finanziellen (Mehr) Belastung und dem erwarteten Zeitverlust im Studium die Hinderungsgründe.

6. Studium und Erwerbstätigkeit, mehr als ein full time job

Für das Studium brachten die Studierenden in NRW wöchentlich durchschnittlich 33,1 Stunden auf; zusätzlich sind sie 10,6 Stunden erwerbstätig (43,7 Stunden). Gegenüber 2009 ist der Zeitaufwand für das Studium im Durchschnitt um 2 Stunden gesunken.
Ihre Kommilitonen aus dem Bundesgebiet investieren insgesamt 43,4 Wochenstunden (34,8 Studium, 8,6 Erwerbstätigkeit).

7. Auch in NRW unterbrechen immer weniger Studierende ihr Studium;
2006 waren es noch 14 %, 2009 12 %, 2012 11 %

Auffällig ist, dass Studierende in NRW anteilig häufiger aufgrund finanzieller Probleme das Studium unterbrechen als Studierende in Deutschland (23 % vs. 17 %). Vergleichsweise seltener unterbrechen Studierende in NRW ihr Studium aufgrund von Kindererziehung (6 % vs. 15 % Bund). Hier zeigt sich, wie wichtig die Anstrengungen der Studentenwerke beim Ausbau der Betreuungsangebote in ihren Kindertagesstätten sind. Die Studentenwerke bieten landesweit rund 1.500 Kitaplätze an.

8. Studierenden in NRW stehen im Durchschnitt 886 € im Monat zur Verfügung (alte Länder 881 €, Deutschland 864 €)

Im Vergleich zu 2009 sind die Einnahmen um 52 € gestiegen. Unter Berücksichtigung der Entwicklung des Verbraucherpreisindex seit 2009 entspricht diese Veränderung einem realen Zuwachs von 1%.
Trotz dieser positiven Entwicklung sollte nicht vergessen werden, dass 20 % aller Studierenden in NRW ihren Lebensunterhalt mit weniger Geld als dem von der Rechtsprechung als angemessen angesehene Bedarfssatz von 670 € bestreitet.

9. Drei Standbeine der Studienfinanzierung: Eltern, eigener Job und Staat

85 % der Studierenden in NRW (87 % im Bundesgebiet) werden von den Eltern materiell unterstützt. Eltern in Nordrhein-Westfalen lassen ihrem Kind monatlich einen Betrag in Höhe von 474 € (enthalten ist hier häufig das Kindergeld) (Bund 476 €, alte Länder 487 €) zukommen.

Den eigenen Verdienst setzen 68 % der Studierenden zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten ein, im Durchschnitt sind es 362 €.

30 % der Studierenden in NRW sind BAföG-Empfänger mit einer durchschnittlichen, monatlichen Förderung von 443 € (alte Länder 437 €).

10. In NRW jobben Studierende (70%)  häufiger als in anderen Bundesländern

Die Erwerbstätigkeit gehört für die meisten Studierenden (70 % in NRW) zur Normalität ihres Studienalltags, und zwar sowohl in der Vorlesungszeit als auch in der vorlesungsfreien Zeit (in den alten Ländern sind es nur 65 %, Bund 63 %). Besonderen Einsatz zeigen die Studierenden in Köln. Hier beträgt die Erwerbstätigkeitsquote 76 %, in Wuppertal 75 %, in Duisburg 72 %. Der durchschnittliche Nettostundenlohn beträgt 10,30 €.

Von den erwerbstätigen Studierenden verdient der größte Teil mit Aushilfstätigkeiten (27 %) z. B. in einer Fabrik, einem Büro oder einer Kneipe Geld. Jeder zehnte Studierende gibt Nachhilfeunterricht oder ist freiberuflich tätig.

Vom Wintersemester 2006/2007 an wurden in NRW Studienbeiträge erhoben, die u. a. auch zur Finanzierung von zusätzlichen studentischen Hilfskräften eingesetzt wurden. Erfreulich ist, dass in NRW der Anteil, der als studentische Hilfskraft beschäftigt wurde, in 2012 erneut deutlich gestiegen ist
(2006 17 %, 2009  24 %, 2012 27 %), obwohl die Studienbeitragspflicht mit dem Wintersemester 2011/2012 aufgehoben wurde.

11. In NRW wohnen überdurchschnittlich viele Studierende noch bei den Eltern

Da in es in Nordrhein-Westfalen häufig Hochschulen in räumlicher Nähe zum Elternhaus gibt, wohnen die meisten Studierenden (28 % NRW vs. 23 % bundesweit) im – preisgünstigen – Haushalt ihrer Eltern. Gewünscht wird diese Wohnform hingegen nur von 6 %. Vielen wird das Pendeln zwischen Elternhaus und Hochschule durch das gut ausgebaute Netz des öffentlichen Personennahverkehrs ermöglicht. 56 % der Studierenden wenden 35 € monatlich für den ÖPNV auf. Die deutliche Mehrheit der Studierenden (68 %) hat kein Auto.

12. Eine weitere kostengünstigste Alternative ist die studentische Wohnanlage

Jeweils ein Fünftel wohnt in einer Wohngemeinschaft (22 %), zusammen mit dem Partner/der Partnerin und/oder Kind(ern) (21 %) oder allein in einer Mietwohnung (19 %). Jede(r) zehnte Studierende lebt in einem Wohnheim (9 %). Von nur geringer Bedeutung ist die Wohnform der Untermiete (< 1 %).

Studierende, die allein in einer Mietwohnung leben, haben mit durchschnittlich 356 € Wohnkosten die höchsten Ausgaben. Danach folgen mit 332 € monatlich diejenigen Studierenden, die zusammen mit dem Partner und/oder Kind(ern) eine Mietwohnung haben.
Deutlich weniger Ausgaben für Miete und Nebenkosten fallen für das Leben in einer Wohngemeinschaft an (292 €).

Nach wie vor mit Abstand am niedrigsten sind die Wohnkosten für Wohnheimbewohner(innen) mit durchschnittlich 247 € im Monat. Erfahrungsgemäß bevorzugen jüngere Studienanfänger und Studierende aus dem Ausland diese Wohnform. Zum Wintersemester 2013/2014 stieg die Nachfrage insbesondere der Studierenden des doppelten Abiturjahrgangs spürbar. Die Studentenwerke in NRW haben in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um mehr Wohnplätze für Studierende zu schaffen. Waren es in 2012 36.500 Wohnplätze, so werden Ende 2014 rund 39.500 zur Verfügung stehen.

13. Campusgastronomie kommt an

2012 gehen deutlich mehr Studierende zum Essen in die Mensa oder Cafeteria als 2009, denn in diesem Zeitraum ist die Studierendenzahl um 24 % gestiegen. 82 % der Studierenden in NRW nutzen im Laufe einer Woche mindestens einmal eine Mensa oder Cafeteria zum Essen. Im Durchschnitt nehmen sie hier 4 Mahlzeiten ein.
Die wichtigste Mahlzeit, die Studierende in einer Mensa einnehmen, ist weiterhin das Mittagessen. 71 % der Studierenden besuchen hierzu eine Mensa oder Cafeteria (durchschnittlich 2,6-mal pro Woche).

Ein Drittel der Studierenden in Nordrhein-Westfalen ist „Stammgast“ beim Mittagessen in Mensen und Cafeterien, 38 % zählen zu den „sporadischen Nutzer(inne)n“.

Die Campusgastronomie der Studentenwerke wird nicht nur wegen ihrer Preise, der räumlichen Nähe zur Hochschule und dem damit verbundenen geringen Zeitaufwand sehr geschätzt, wichtig ist den Studierenden auch die hohe Qualität der Angebote. Im Vergleich zu 2006 haben die Aspekte „Mensa/Cafeteria als soziale Treffpunkte, als Orte der Kommunikation und Information“ ein wenig an Bedeutung verloren.

Zwar sind den wenigsten Studierenden „Angebote aus ökologisch erzeugten Produkten“ (sehr) wichtig, aber auch dieser Aspekt wird von 30 % der Studierenden genannt.

38 % der Studierende, die selten oder gar nicht in die Mensa zum Mittagessen gehen, begründen dies hauptsächlich damit, dass die Lehrveranstaltungen zeitlich ungünstig liegen bzw. dass sie zu wenig Zeit haben.



Symposien zur Zukunft der Studierendenwerke

In den Jahren 2002, 2003, 2014 und 2015 organisierte die Arbeitsgemeinschaft Studierendenwerke NRW gemeinsam mit dem Deutschen Studentenwerk Symposien zur Zukunft der Studierendenwerke.

Unter der Überschrift „Wir können alles. Außer Forschung und Lehre!“ befassten sie sich am 13. Mai 2015 gemeinsam mit Studierenden, Hochschulleitungen, Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung, der Kommunen und Politik mit der Frage, wie die Arbeit der Studierendenwerke unter Berücksichtigung der geänderten Studienbedingungen und der stärkeren internationalen Ausrichtung der Hochschulen in der Zukunft positiv gestaltet werden kann.Die Dokumentationsmappen können Sie hier als PDF herunterladen:

Adobe PDF Symbol Symposium zur Zukunft der Studierendenwerke am 13.05.2015 (3.4 MB) – nicht barrierefrei

Adobe PDF Symbol Symposium zur Zukunft der Studierendenwerke am 13.05.2015 – Teil 2 (3.6 MB) – nicht barrierefrei



Leitfaden für Studentenwerksarbeit in Nordrhein-Westfalen

Mit dem Leitfaden wurde eine Erläuterung zum Studentenwerksgesetz Nordrhein-Westfalen von 1994 veröffentlicht. (Der Leitfaden ist nur auf Bestellung erhältlich.)