eine gruppe erfolgreicher teilnehmer des bonner programms "studium? läuft!" in aktion

„Studium+M“: NRW erfolgreich vertreten

In Aktuelles ARGE, Aktuelles STWe von ARGE Referent O. Kroll

Mehr Chancengleichheit für Studierende mit Migrationshintergrund – erfolgreiche Pilotprojekte der Studierendenwerke.

Mit einer Abschlusstagung in Berlin schlossen die Stiftung Mercator und das Deutsche Studentenwerk (DSW) das Programm „Studium+M – Programm für mehr Studierende mit Migrationshintergrund“ am 05. Juni 2018 ab. In den Jahren 2015 bis 2018 wurden fünf Modellprojekte, darunter zwei aus Nordrhein-Westfalen (Studierendenwerk Bonn und Kölner Studierendenwerk), gefördert. Die Studierendenwerke Darmstadt, Thüringen und das Studentenwerk Marburg waren ebenso vertreten.

Mit den im Rahmen von „Studium+M“ durchgeführten Projekten sollte erprobt werden, wie die Chancengleichheit für Studieninteressierte und Studierende mit Migrationshintergrund erhöht und deren Anerkennung gestärkt werden kann. Das Programm wurde vom Deutschen Studentenwerk begleitet und von der Stiftung Mercator mit rund 1,4 Millionen Euro unterstützt.

Migrationshintergrund = Bildungsaufsteiger/-innen

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks haben 20% der rund 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland einen Migrationshintergrund. Wiederum rund 70% von ihnen sind in Deutschland geboren und haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Viele sind klassische Bildungsaufsteiger/-innen, jeder vierte bekommt BAföG, ihr Studienverlauf ist häufiger von Einschnitten wie Studienunterbrechung oder Studienabbruch geprägt.

Die wichtigsten Ergebnisse von „Studium+M“

  • Das Studieninteresse von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist höher als bei einheimischen Schülern, sie kommen jedoch aufgrund von Informationsdefiziten, zum Beispiel zum Studium generell oder zur Studienfinanzierung, unterproportional in den Hochschulen an. Hier helfen frühzeitige Kooperationen und Austausch mit Schulen, an denen auch die Studentenwerke beteiligt werden sollten.
  • „Peers“ ermöglichen Information und steigern die Motivation: Studierende mit Migrationshintergrund sollten daher als Vorbild stärker in alle Initiativen für Studieninteressierte dieser Gruppe eingebunden werden.
  • Angebote der Studenten- und Studierendenwerke, wie preisgünstiger Wohnraum, das BAföG oder die Studienfinanzierungs- bzw. Sozial­beratung, haben für den Übergang von Studieninteressierten sowie den Studienerfolg von Studierenden mit Migrationshintergrund eine noch stärkere Bedeutung als bereits für einheimische Schüler/-innen  und Studierende.

Statement der Stiftung Mercator:

„Gute Bildung ist die wesentliche Voraussetzung für chancengleiche Teilhabe an der Gesellschaft. Doch die Herkunft entscheidet noch zu oft darüber, ob man ein Studium aufgreift oder nicht. Mit ihrem breiten sozialen Leistungsangebot kommt den Studierendenwerken dabei eine zentrale Unterstützungsfunktion zu.
Die Ergebnisse des Programms ‚Studium+M‘ sind für uns und unsere Arbeit wichtige Wegweiser für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Hochschulwesen“, erläutert Dr. Felix Streiter, Bereichsleiter Wissenschaft der Stiftung Mercator.

Statement des Deutschen Studentenwerks:

Für DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde ist das Programm „Studium+M“ Vorbild für künftige Initiativen: „Die fünf Modellprojekte der geförderten Studierenden- und Studentenwerke zeigen, wie man es machen muss, wenn man mehr Menschen mit Migrationshintergrund für ein Studium begeistern will.“

Das Pilotprojekt des Studierendenwerks Bonn:

Studium? Läuft! des Studierendenwerks Bonn verfolgt fünf Handlungsmotive (Motivieren, Informieren, Beraten, Unterstützen und Studieren) und greift  die aktuelle Situation von Schülern und Studierenden mit Migrationshintergrund im Hochschulraum Bonn-Rhein-Sieg auf.
Im Ergebnis sollen sich mehr Schüler mit Migrationshintergrund für ein Studium entscheiden und Studierende mit Migrationshintergrund das Studium erfolgreich beenden. Die Handlungsfelder  liegen bei Schulen, Hochschulen, im Studierendenwerk sowie im Umfeld der im Themenbereich bereits tätigen kommunalen und privaten Akteure.
Die Kernzielgruppen sind Schüler mit Migrationshintergrund sowie deren Eltern und Studierende mit Migrationshintergrund. Das Projektteam wird mit ausgewählten Schulen interagieren und über das Hochschulsystem sowie die soziale Infrastruktur eines Studierendenwerks informieren.

Programmvorstellung als Zeichnung

Informationsseite über das Pilotprojekt 

 

 


Das Kölner Pilotprojekt:

Das Projekt #StudiScout stellt im Besonderen die voruniversitäre Aufklärung und Motivation in den Vordergrund. Hierbei veranstalten wir in Kooperation mit den Kölner Hochschulen und den Experten der Studienfinanzierung, der Sozialberatung und des Studentischen Wohnens Vorträge über soziale und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen eines Studiums. Unsere studentischen #Scouts berichten über den Campusalltag und schildern ihren oft hürdenreichen Weg an die Hochschulen und fungieren damit als lebendige Bildungsvorbilder für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund und hochschulfernem Elternhaus. #StudiScout steht für Bildungsgerechtigkeit und setzt vor allem auf Information, Aufklärung und Motivation. Ein weiterer Bereich ist die Stärkung der interkulturellen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im WERK (KStW). #StudiScout organisiert und veranstaltet hierzu Diversitätsseminare, Kommunikations- und Konfliktworkshops

Projektinformation als ZeichnungInformationsseite über das Pilotprojekt

 

 


Die Pressemeldung des Deutschen Studentenwerks

Ansprechpartnerin für die Medien für „Studium+M“ bei der Stiftung Mercator:

Cathrin Sengpiehl
Kommunikationsmanagerin
Tel. 0201 245 22 841
cathrin.sengpiehl@stiftung-mercator.de


Bildnachweis: Deutsches Studentenwerk, Stiftung Mercator, Studierendenwerk Bonn, Kölner Studierendenwerk